Holocaustgedenken der 10A

Vor achtzig Jahren wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Jedes Jahr zum 27. Januar, dem Internationalen Holocaustgedenktag, wird von unserer Schule ein Projekt erarbeitet, um der mehr als sechs Millionen Opfern des Holocausts zu gedenken und auch, um den jüngeren SchülerInnen die Verbrechen der NS-Zeit näher zu bringen.
Für dieses Jahr hat unsere Klasse sich etwas Besonderes überlegt: In verschiedenen Gruppen haben wir die sechsten und auch eine achte Klasse besucht und sie gefragt, was sie bereits zum Holocaust wissen. Wir haben uns eine Doppelstunde Zeit genommen, ihnen das dunkelste Kapitel unserer Geschichte auf eine Art und Weise zu erklären, die auch für Zwölfjährige verständlich ist. Dazu hatten wir Comic-Hefte zum Leben und Schicksal Anne Franks gestaltet, mit den Schülerinnen Bilder gemalt und sogar mit einigen eine „Weiße Rose" (so lautete der Name einer Widerstandsbewegung der Geschwister Scholl während des Zweiten Weltkrieges) gebastelt.
Unser Ziel war es, den Jüngeren so ein erstes Verstehen des Holocausts zu ermöglichen. Doch auf die Reaktionen in den 6. Klassen waren wir nicht vorbereitet; alle Schülerinnen waren mit großem Interesse dabei. Auf unsere Berichte und Erzählungen von den Gräueltaten der „Nazis" reagierten sie empört, schockiert und entsetzt. Alle waren sie sich einig, dass so etwas nie wieder passieren dürfe und beteiligten sich mit unglaublichem Enthusiasmus am Unterrichtsgespräch. Die Wissbegierde der Schülerlnnen hat uns sehr gefreut, doch sie hat uns auch noch einmal vor Augen geführt, weshalb wir den Holocaust-Gedenktag brauchen. Die Ermordung von über sechs Millionen jüdischen Menschen und auch anderer Bevölkerungsgruppen, deren Geschichten und Schicksale, dürfen nicht in Vergessenheit geraten.
Amelie S.